„Historians and the War: Rethinking the Future“

Nächste Veranstaltung der Reihe:

29. September, 18:00-20:00 Uhr MEZ - Online-Seminar „Ukraine in Russia's Historical Politics. Legitimation of Aggression”, moderiert von Oleksandr Zaitsev

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Internationale Seminarreihe „Historians and the War: Rethinking the Future“

Die Welt befindet sich inmitten des größten Kriegs in Europa seit 1945. Am 24. Februar 2022 begannen die Streitkräfte Russlands mit einem umfassenden, massiven Angriff auf die Ukraine, der auf die frühere illegale Besetzung der Krim und der Donbas-Region im Jahr 2014 folgte. Die Zahl der Toten und Verletzten steigt weiter schnell an. Eine humanitäre Katastrophe von enormen Ausmaßen ist entstanden.

 

Der russische militärische Angriff auf die Ukraine ist ein Anschlag auf die Souveränität der Ukraine, auf die demokratische Ordnung, den Frieden, die internationalen Beziehungen und die wirtschaftliche Stabilität. Präsident Putin hat diesen Krieg nicht nur begonnen, um den ukrainischen Staat, sondern auch um die ukrainische Geschichte zu beseitigen. Er hat damit Geschichte zu einem zentralen Bestandteil dieser geopolitischen Krise gemacht.

 

Historiker müssen nun dieser Beseitigung von Geschichte durch den Kreml entgegentreten. Der Krieg zwingt uns aber auch, grundlegende Ansichten über die moderne europäische Geschichte, insbesondere über das zwanzigste Jahrhundert, über Imperien und Nationalstaaten, Regime und Ideologien und über die Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg und Massenverbrechen zu überdenken.

 

Historiker sollten aber auch einen weiteren epistemologischen Paradigmenwechsel in den Geschichtswissenschaften reflektieren, der durch diesen Krieg angestoßen worden ist. Wie sollen wir in Zukunft die Vergangenheit fassen? Stehen wir erneut der Frage gegenüber, die dem Historiker Marc Bloch während des „Sitzkriegs“ 1940 von einem Offizierskameraden gestellt worden ist: „Müssen wir glauben, dass die Geschichte uns betrogen hat?“ Besonders stellt sich die Frage, wie wir in Zukunft die Osteuropastudien konzipieren sollen, die traditionell von Russlandexperten und einer russischen historischen Perspektive bestimmt werden?

 

Um diese und andere Fragen zu diskutieren, laden wir Sie zu unserer internationalen Seminarreihe ein:

Historians and the War: Rethinking the Future.

 

Die Reihe ist eine gemeinsame Initiative der Deutsch-Ukrainischen Historikerkommission, des Canadian Institute of Ukrainian Studies, der ukrainischen geschichtswissenschaftlichen Zeitschrift Ukraina Modernader Abteilung für Osteuropäische Geschichte der Ludwig Maximilians-Universität München und der Ukrainischen Katholischen Universität Lviv.

Für die Förderung der Seminare ab dem 18. Juli bis Ende 2022 danken wir besonders der Konrad-Adenauer-Stiftung Kyiv. Die Seminarreihe wird außerdem gefördert durch den DAAD aus Mitteln des Auswärtigen Amtes, sowie durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Die Veranstaltungen finden zwei Mal im Monat über Zoom statt (mit einer Sommerpause im Monat August). Die jeweiligen Ankündigungen erfolgen über die Webseite und die sozialen Medien der DUHK. Videoaufnahmen der bereits stattgefundenen Veranstaltungen werden auf dem Youtube-Kanal der DUHK zur Verfügung gestellt, die neuesten Videos sind, dank der Förderung durch die Konrad-Adenauer-Stiftung Kyiv, auch mit englischen und ukrainischen Untertiteln versehen.

 

Bereits stattgefundene Seminare der Reihe:

  • 28. Juli, 18:00-20:00 MEZ - Online-Seminar „Testimonies about the war in Ukraine: How to conduct interview-based research” mit Natalia Khanenko-Friesen, Iuliia Skubytska und Hasan Hasanovic, moderiert von Gelinada Grinchenko. Eine Videoaufzeichnung der Veranstaltung mit englischen und ukrainischen Untertiteln ist hier verfügbar.
  • 14. Juli, 18:00-19:30 Uhr MEZ - Seminar „Historians and the War: Discussion with Prof. Larry Wolff, moderiert von Frank Sysyn. Eine Videoaufzeichnung der Veranstaltung ist hier verfügbar.
  • 9. Juni, 19:00-20:00 Uhr MEZ - Seminar „Historians and the War: Discussion with Prof. Timothy Snyder, moderiert von Martin Schulze Wessel. Eine Videoaufzeichnung der Veranstaltung ist hier verfügbar.